Huforthopädie - Ziele der Huforthopädie nach Jochen Biernat
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Vorderhuf vorher…
© A. Georgi |
Vorderhuf ein Jahr später
© A. Georgi |
Die primäre Aufgabe der Huforthopädieist die bestmögliche Heilung des Tieres in einem erträglichen
Zeitrahmen sowie der Tierschutz, der sich als Verpflichtung im
Interesse des Tieres daraus ergibt. Alle anderen Erwägungen wie etwa
die Nutzung des Pferdes müssen während des Heilungsprozesses als
zweitrangig angesehen werden.
Behandlung eines Hufabszess
© F. Schamschula
Die Orthopädie wird im Allgemeinen als die Lehre von der Entstehung,
Verhütung und Behandlung der angeborenen oder erworbenen Fehler in Form
und Funktion des Bewegungsapparates definiert. Entsprechendes gilt für
die Hufe als Anteile der Bewegungsorgane der Equiden.
Zerstörte Sohle © A. Georgi
Da der Huforthopäde die physikalischen Kräfte, die auf den Huf einwirken, berücksichtigt und auch nutzt, kann man die Huforthopädie außerdem als angewandte Hufphysik bezeichnen.
Der entscheidende Unterschied zwischen der Huforthopädienach Jochen Biernat und der herkömmlichen Hufbearbeitung ist die
Verhütung oder Behandlung der Ursache durch radikales Kürzen einzelner
Wandanteile.
Rehegips - so nicht! © J. Biernat
Das heißt, dass der Huforthopäde die Fehlentwicklung eines Hufes
nicht repariert, sondern ihn durch gezielte, fortlaufende
Manipulationen zur Umkehr der negativen Prozesse veranlasst. Einziges
Arbeitsmaterial dabei ist das ständig nachproduzierte Hufhorn, so dass
schon bei der Hornbildung eine physiologisch günstige orthopädische
Entwicklung stattfinden kann. Da sich die Huforthopädieaber zur Rückgestaltung des Hufes in seine natürliche Form der gleichen
Kräfte bedient, die ihn zuvor deformierten, erfolgen die Korrekturen
meist in kurzen Abständen und erzielen bisher nie erreichte positive
Ergebnisse.
Unterstützende Maßnahmen durch Besitzer
© A. Georgi
Diese positiven Ergebnisse zielen aber nicht auf ein unerreichbares
Idealbild eines Hufes, sondern streben eine physiologische
Belastungssituation am jeweils konkreten Huf an. Der Huforthopäde
schneidet niemals für das Auge des Besitzers, immer aber zum Wohl des
Hufes. Hierbei werden die Kräfte genutzt, die den Huf täglich und
unausweichlich gestalten und formen.
Diese Vorgehensweise bedeutet, dass die Hufbearbeitung in kurzen
Zeitintervallen stattfinden muss, und dass der Pferdebesitzer in hohem
Maße in den Heilungsprozess mit eingebunden wird - sei es mittels
Durchführung unterstützender Maßnahmen oder durch die Beobachtung und
die Weitergabe detaillierter Informationen zum Zustand seines Pferdes
und dessen Nutzung.
Für einen Pferdebesitzer, der sich entschließt sein Pferd
huforthopädisch betreuen zu lassen, brechen in der Regel völlig neue
Zeiten an.
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