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2. Fachtagung zur Pferdegesundheit in Aachen Der Weg ist das Ziel Zusammenarbeit zwischen Schulmedizin und alternativer
Heilkunde auf dem Prüfstein Dass ein ganzheitlicher Ansatz zur Pferdegesundheit in
der alternativen Heilkunde Grundbedingung sein sollte, ist kein Gehmeinnis,
dass aber der unbedingte Wille dies umzusetzen besteht, zeigte die 2. vom Deutschen
Institut für Huforthopädie (DifHO®) organisierte Fachtagung am 29. Und 30. Mai
2010 in der Pferdestadt Aachen. Nicht nur die aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland Niederlande und Belgien angereisten Teilnehmer und Teilnehmerinnen, es waren rund 150 täglich, sondern auch die Referenten stellten dies recht eindrucksvoll unter Beweis.
Neben den so genannten « Alternativen », von Huforthopäden, über Osteopathen, Akupunteure, Homöopathen und Dentisten, war auch die Schulmedizin vertreten, sowohl bei den Referenten als auch unter den Teilnehmern. Dies ergab einen von seiner Wichtigkeit nicht zu unterschätzenden interdisziplinären Austausch, der eigentlich in der häufig von Konkurrenzdenken geprägten Welt der Tierheilkunde in der Form so gut wie keine Plattform findet. Hier konnte jeder Referent klar die Möglichkeiten seines Fachgebiets darstellen, aber auch die Grenzen und somit den Übergang zu einem anderen Fachbereich oder dem Miteinander abstecken.
Janek Vluggen und Conny Faisst im Gespräch
Es war sehr spannend, die immensen Chancen für eine
ganzheitliche Behandlung und somit auch der Heilungsmöglichkeiten selbst
chronischer Erkrankungen oder tiefer sitzender Prozesse zu erkennen und zu
erfahren, wie sie mit Hilfe von feinstofflichen, energetischen Heilmethoden mit
vorheriger Unterstützung beispielsweise durch Gerätemedizin, Laborparameter
etc. bei der Diagnostik angegangen werden können. Umgekehrt zeigten die
Schulmediziner auch klar ihre Grenzen der Gerätemedizin und allopathischen
Möglichkeiten hin zu alternativen hochenergetischen Behandlungsmethoden auf. Grundlegende Bedeutung für die Pferdegesundheit haben
natürlich in erster Linie auch Haltung und Ernährung als Grundbedingung für
jedweden Heilerfolg. Dieser fachübergreifende Austausch war, so Adriane
Georgi, Verantwortliche der DifHO, zum Beispiel auch die Geburtsstunde für eine
gemeinsame Studie von Tierärztin Dr. Andrea Reiners und Adriane Georgi selbst
darüber, inwieweit die Akupunktur und die huforthopädische Behandlung sich
gegenseitig ergänzen und stützen können.
Die Ergebnisse werden voraussichtlich bei der Fachtagung
im kommenden Jahr vorgelegt werden. Ein guter Therapeut und ein
mündiger Pferdebesitzer Die Huforthopädie nach Jochen Biernat hat in den
vergangenen Jahrzehnten immer wieder gezeigt, welch langen Leidensweg Pferde
oft gehen müssen, ehe ihren ganz individuellen anatomischen Voraussetzungen
Rechnung getragen wird, nämlich dann, wenn meist schon tief sitzende
pathologische Veränderungen aufgetreten sind. Hier setzt die Arbeit an und kann
dann den Heilungsprozess durch flankierende Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt -
wie etwa durch Akupunktur, Akupressur, Homöopathie und vor allem auch
Osteopathie - entscheidend fördern und beeinflussen. Dazu muss natürlich
entsprechend breitflächig sensibilisiert und aufgeklärt werden, denn es soll
schließlich eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen einem
mündigen gut informierten Pferdebesitzer und den Therapeuten aufgebaut werden,
zum Wohle des Tieres . Allerdings wäre Prophylaxe der bessere Weg, Leiden zu
vermeiden. Alle Vorträge und Referenten der Fachtagung aufzuzählen,
würde den Rahmen dieses Berichtes bei weitem sprengen. Ein beeindruckender Vortrag soll jedoch hier nicht
unerwähnt bleiben, nämlich die Möglichkeiten
und Hintergründe der Viszeralen Osteopathie (Organosteopathie - Anm. d. Red.) des international arbeitenden Osteopathen
Janek Vluggen D.O. M.R.O..
Das Selbstheilungssystem aktivieren Mit Hilfe verschiedener Hormone und Neurotransmittern
überträgt der Körper Störungen, noch
bevor sie zu pathologischen bzw. strukturellen Veränderungen werden, an das
Gehirn. Das Gehirn verarbeitet diese Informationen und versucht, das Problem
auszubalancieren. Dieses Selbstheilungssystem kann durch Störungen im Nerven- oder
Kreislaufsystem behindert werden. Durch Auffinden und Manipulieren dieser
Störungen ist der Osteopath in der Lage, das Selbstheilungssystem des Körpers
wieder zu aktivieren, damit es störungsfrei arbeiten kann. Dies bedeutet, dass keine Manipulation am Krankheitsherd,
sondern zunächst eine Diagnose, das Erkennen der Krankheitsursache und das
Auffinden von Störungen erfolgt. Jeder Teil des Körpers beeinflusst den übrigen
Organismus, nichts wird unabhängig von den anderen Teilen betrachtet, da alle
Organe und Systeme des Körpers miteinander verbunden sind. Dies kann bedeuten,
dass die Ursache eines Problems weit von dem Ort zu finden ist, an dem die
Symptome erkennbar bzw. spürbar auftreten. Somit wird wiederum deutlich, wie wichtig der ganzheitliche Ansatz ist, um eine umfassende Heilung zu ermöglichen.
In jedem Fall hat diese Fachtagung in Aachen gezeigt wie
lebhaft das Interesse der Fachwelt ist, sich anzunähern und auszutauschen, um
mehr und mehr weg von einer einseitigen Fachmedizin hin zur ganzheitlichen
Heilbehandlung zu kommen, ob Schulmediziner oder alternative Heilkundige. Gewiss ein wichtiger Schritt auf einem langen Weg Um es jedoch mit der chinesischen Philosophie auszudrücken, wo uns die Chinesen bereits seit Jahrtausenden ebenso vorleben, wie wichtig der ganzheitliche Ansatz in der Heilkunde ist, sollte uns auch hier der Leitspruch begleiten: der Weg ist das Ziel.
Aufgrund der regen Teilnahme und begeisterten Resonanz ist die Planung zur 3. Fachtagung 2011 bereits in vollem Gange. Bisher ins Auge gefasste Themen sind: Erfolgreiche Hufkrebsbehandlung, Cranio-Sakrale Osteopathie, Klassische Homöopathie für Pferde, Hufbearbeitung unter osteopathischen Gesichtspunkten, uvm.
Text: Birgit Röhl - Fotos: Holger Ruhnke - Redaktion: Adriane Georgi - copyright DIfHO 2010
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