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Hier wird ab jetzt der Fall "Aden" behandelt und die hoffentlich erfolgreiche Rehabilitierung des rechten Vorderhufes dieses bedauernswerten Pferdes dokumentiert. Die folgenden Fotos noch mit dem Beschlag wurden nach mehrere Monate dauerndem Aufenthalt in einer namhaften Pferdeklinik angefertigt. Der Beschlag, vorne offen und mit Trachtenhochstellung! wurde noch in der Klinik aufgebracht. Als das Pferd nach Oberscheidweiler kam, war dieser mehr als unsinnige und im höchsten Maße kontraproduktive Beschlag bereits abgenommen und durch Verbände ersetzt worden.
Beachtenswert ist die Schräge der nach innen quetschenden und die Lederhaut regelrecht zermalmenden rechten Hufwand. Allein schon aufgrund des Verzichts auf die Tragfähigkeit der linken Hufhälfte (vorne offenes Eisen), wurden die seitlichen Hufsegmente überbelastet. Hier ist eher die Verdrängung des Hufknorpels und des Umgebungsgewebes von Bedeutung, als die eher zu vernachlässigende Schwellung des Gewebes! Der Huf wurde zusätzlich durch den Seitenwand-Beschlag auf seine äußersten Kanten gesetzt, was die Hebelfunktion der kollabierten rechten Hufwand zusätzlich erhöhen musste. Beachtenswert ist die weitere Erhöhung der Hebelfunktion durch den zusätzlichen Überstand des Beschlags unter der bereits kollabierten Hufwand. Durch die massive Schenkelerhöhung wurde weiterer zusätzlicher Druck auf die zerstörerische Wand ausgeübt, wudurch sie ihr zerstörerisches Potenzial vollends zur Wirkung bringen musste. Zusätzlich oben mit einer schrägen Schärfe versehen, konnte sie sich sehr erfolgreich in die Lederhaut hineinschieben und das Gewebe zerstören. Beachtenswert ist auch der nässende Wundbereich. Die oben angeschrägte Hufwand endet zu diesem Zeitpunkt zwischen 12 - 15 mm oberhalb und innerhalb des hervorgequollenen Gewebes. Ich mache darauf aufmerksam, dass lediglich die eigentlich behaarte Haut nässt, und die distal (unterhalb) dieses "Wilden Fleisches" gelegene Lederhaut der betroffenen Hufwand hier noch nicht sichtbar ist. Später, nach der Resektion des Wandhorns hat sich herausgestellt, dass die beteiligte Wandlederhaut durch die nach innen/oben schiebende Hufwand die Lederhaut regelrecht zermalmt hatte. Hier fanden wir außer einer ausgedehnten und im betroffenen Gebiet kompletten Zusammenhangstrennung ohne intakte Gefäße, lediglich bereits teilweise geronnenes Blut, aber keinerlei Eiterherde, wie sie sich oberhalb der Hufkrone gebildet hatten. Ausschließlich infolge der rein mechanisch zerstörten Wandlederhaut und aufgrund der Blutansammlung, nicht durch Eiterherde, war das Horn von der Lederhaut separiert worden, und zwar von der Trachte bis zur Zehenmitte, wie die späteren Aufnahmen zeigen werden. 26. Januar Ab hier sehen Sie den Zustand des Hufes zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme in die Huf-Rehastation Oberscheidweiler, unmittelbar vor der OP. Das Tape war Bestandteil des Hufverbandes, mit dem Aden für den Tranport versorgt worden war.
Unten: Der Huf nach der ersten Wundtoilette und Revision des proximalen Wundrandes
Unten: Die Hufsohle mit der Teilverhornung der Durchbruchstelle des Hufbeins. Links daneben die nässende Stelle weist aufgrund des wässrigen Wundexsudates auf eine Veränderung einer Lederhaut im Sinne von Hufkrebs hin. Es wurde beschlossen, die Hufsohle bis auf "Harmonisieren" ihrer Oberfläche zunächst nicht weiter anzutasten. Zum Schutz gegen Überbelastungen und zu seiner Unterstützung war an dem Parallelbein ein Stützverband angelegt worden. Deutlich erkennbar ist die Verlagerung der halbmondförmigen Hufsohlenwunde aus der Zehenmitte heraus in die innere Hufhhälfte. Hier kam es zum Umkippen der Hufwand und mit ihrem Höhenverlust einhergehend zu dem Durchbruch des Hufbeins durch die Hornsohle.
Weil bereits der äußere Befund die Resektion des betroffenen Wandsegments unabdingbar machte, wurde Tierarzt Conny St. Faißt zur Vorbereitung des Pferdes hinzugezogen, sowie DIfHO-HO Heinz Christ zur Unterstützung für ein möglichst zügiges Vorankommen. Nach tierärztlicher Untersuchung und aufgrund des sehr geduldigen Patienten, wurde auf eine Sedierung verzichtet und sich auf die lokale Anästhesie des Hufes beschränkt. Nach der Wundrevision und Entfernen der nekrotischen Hautränder, wurde im Trachtenbereich damit begonnen, den unter und in das Gewebe gehebelten Kronsaum zu lokalisieren und unter dem "Wulst" herauszuschälen. Infolge der Enge in diesem nahezu unzugänglichen Bereich, konnten hier mechanische Verletzungen der Lederhaut nicht immer vermieden werden. Wie die Huffotos unmittelbar nach der Resektion ausweisen, waren die dadurch bedingten Blutungen, in Anbetracht des schwierigen Zugangs und unter Berücksichtigung des Ausmaßes der OP, aber zu vernachlässigen. Ab hier sind einzelne Stationen der Teilresektion der Hufwand dokumentiert. Der Huf steht der besseren Verfügbarkeit wegen auf einem Holzklotz. Die Trachtenwand ist bereits entfernt, darunter eine Mullunterlage. Jeder Abschnitt der Hufwand wurde vor der weiteren Resektion zur Orientierung zunächst sondiert. Das weiße Quadrat nahe der Zehenmitte ist das obere Ende der 6 cm langen Sonde, die nahezu in voller Länge hinter die unterminierte Hufwand geschoben werden konnte. Hier konnte die zuvor in der Zehe mechanisch gespaltene Hufwand, durch einfachen Zug mit der Messerrinne, ohne Wiederstand und ohne chirurgische Unterstützung, von der Wandlederhaut abgezogen werden.
Unten ist die Innenansicht des an einem Stück resizierten Hufwandsegmentes. Hier möchte ich besonders auf die grob veränderte Struktur des hörnernen Anteils des Hufbeinträgers, der Blättchenschicht hinweisen, sowie auf die zerstörten Hornstrukturen im Bereich der ehemaligen Hufsohlenverletzung. (Auf dem Foto oben rechts) Die derben Hornstrukturen insgesamt vermitteln sehr eindrucksvoll, wie zerstörerisch sich die rechte Hufwand zuvor in die Lederhaut eingraben konnte, und welche Qualen das Pferd während der vielen Monate bis zur Resektion haben musste.
Unten: Der Huf unmittelbar nach der Resektion. Wie dieses und die folgenden Fotos ausweisen, ist die Resektion bis auf die oben bereits angesprochene Blutung, infolge der unvermeidbaren mechanischen Verletzung der Lederhaut, nahezu unblutig verlaufen. Den Kritikern "ins Buch geschrieben": Hätte ich etwas anderes erwartet, oder weitere Schäden angerichtet, wäre ich in meinem Beruf fehl am Platz. Hier deutlich erkennbar, musste die Zehenwand anschließend noch über die ehemalige Position der Sonde hinaus entfernt werden. Unten: Die Wandlederhaut konnte bis auf die Blutung entlang einer Gefäßrille im Hufbeinast, in einer unblutigen Maßnahme entfernt werden. Im Bereich dieser Blutung muss mit leicht verzögertem Verhornen gerechnet werden. Unmittelbar darunter eine parallel verlaufende langoval weiße Veränderung der Lederhaut. Mittig daraus, aus einem etwa 5 mm tiefen und 20 mm langen Spalte fließt das oben bereits erwähnte, wässrige Exsudat ab. Die vergeblichen Verhornungsversuche im Bereich dieser kranken und veränderten Lederhaut, wird auch in der Folge und noch für eine ganze Weile erkennbar sein, und insofern Probleme bereiten, weil diese Stelle ständig von den umliegenden Verhornungen befreit werden muss.
Nachdem das überstehende und spreizende Fragment des Tragrandüberstandes hebelreduzierend bearbeitet worden war, wurde der Huf in diesem Zustand mit einem Hufpolster- und Verband versehen.
27. Januar Die folgenden Fotos zeigen den Huf knapp 24 Stunden nach der OP. Anwesend bei der ersten Hufrevision nach der OP waren neben ihren Ausbilderinnen, die Studentinnen/en der 15. Ausbildungsstaffel. Beachtenswert ist das Ausmaß der bereits erfolgte Granulation des vor 24 Stunden noch nässenden "wilden Fleisches" oberhalb der Hufkrone und die Rückbildung der Oberflächen-Schwellung. Die ehemalige Blutung im Übergang des ehemals behaarten Gewebes und der Wandlederhaut steht, ebenso die ehemalige Blutung im Bereich des Hufbeinastes. Beachtenswert ist die deutliche teilweise Abtrocknung der Wandlederhaut. Aden beginnt erstmalig nach 4 Monaten wieder den Huf zu belasten. Neben einer Wundversorgung, die den speziellen Bedürfnissen der Lederhäute entspricht, muss hier bereits jetzt unmittelbar nach dem Beginn der Ursachenbeseitigung, mit hufphysikalischen Anwendungen zur Rehabilitierung des gesamten Hufes begonnen werden. Die Fähigkeiten der angewandten Hufphysik werden sich deshalb nicht nur an nachgeordneten Fähigkeiten, wie z. B. auch entschlossenem Handeln messen lassen, sondern an den Ergebnissen, die flankierend hierzu bei der Rehabilitierung des Hufes insgesamt erreicht werden. Unten links: Der Huf am 26. Januar unmittelbar nach dem Entfernen der Hufwand, rechts daneben lediglich sieben Tage danach. Die eröffnete und von dem Blut gesäuberte Hufwandlederhaut konnte nach der Hufwandresektion wie erwartet abtrocknen und ist bis auf einen kleinen Bereich bereits verhornt. Besonders erfreulich ist der Rückgang der damaligen Granulationsschwellung der Hautpartie oberhalb der eigentlichen Hufkrone, sowie die deutliche Bildung von Granulationsgewebe in der Peripherie dieses Wundgebietes. Die nächste Wundrevision mit tierärztlicher Unterstützung wird am 07. Februar durchgeführt.
Zum besseren Verständnis wie es zu diesem Hufzustand überhaupt kommen konnte, zitiere ich in Ausschnitten die Patientenbesitzerin. 14. August 2007 Darstellung der Besitzerin: Adenhatte aufgrund eines Weideunfalls einen durchtrennten Muskel am linken Vorderbein und wurde sofort in die Klinik .................. eingeliefert. Dort wurde die Wunde versorgt und der Muskel wieder angenäht. (Unten ein Foto des sauber verheilten Narbengewebes) Danach musste er angebunden Boxenruhe halten. Nach 14 Tagen ca. hielt er den rechten Fuß weit nach vorne gestreckt - die behandelnde Tierärztin sprach von einer Belastungsrehe und stellte das Pferd in eine sogenannte Rehebox um und er durfte unangebunden dort stehen-. Er bekam die übichen Medikamente wie Heparin, Phenadyne ect. und reichlich Schmerzmittel. Laut Röntgenbilder senkte sich das Hufbein und eine Rotation (Innenrotation) war zu erkennen. Dies verschlimmerte sich über Wochen bis hin zum Sohlendurchbruch der Lederhaut- hier sagte man mir, die Chancen stünden nun sehr schlecht. Der Klinikhufschmied setzte unter diesen Huf ein zehenoffenes Eisen mit Keil und befestigte es zudem mit einem 2Komponentenkleber um die Sohle schweben zu lassen. Einige Wochen später hieß es mein Pferd würde nun ausschuhen - an der Innenwand zeigte sich ein Riss entlang des Kronrandes von der Mitte des Hufes bis fast zur Tracht - außen wuchs aber neues Horn nach. Da mein Pferd aber nicht! auschuhte, wollte die Klinik den Huf operativ abnehmen- dies wollte ich mit diesem Umfang aber nicht. Die Stellungnahme der Klinik:......."Am 26. 08.2007 bekam der Wallach Pulsation vorne rechts und belastete vorne rechts schlechter. Das Pferd wurde in eine bodengepolsterte und dick eingestreute Box verbracht und nicht mehr angebunden .... usw. "Die Rehesymptomatik wurde mit Reheverbänden (im Ballenbereich höher gestellt), Heparin Phenylbutation, Aderlass, Finadyne, Vetranquill etc. behandelt und klinisch und röntgenologisch diagnostisch begleitet". Es folgt die Situationsbeschreibung und dann weiter: "Über jede Veränderung wurde Frau ....... (die Patientenbesitzerin) informiert und die Situation diskutiert. Auch die Situation des Ausschuhens, die damit verbundenen Schmerzen des Pferdes, die Zeit und Kosten, die investiert werden müssen, waren zum wiederholten Male Grund für ein Gespräch mit der Besitzerin. Ihr wurden mehrere Optionen gegeben: 1. das sofortige Einschläfern des Pferdes, 2. die weitere Behandlung mit intensiver Betreuung und unterstützender Wundtoilette. Frau ....... erklärte, dass sie das Pferd zur Zeit noch nicht einschläfern lassen möchte".... usw. Und weiter: "Trotz mehrmaligem Insistieren von unserer Seite, dass eine intensive tiermedizinische Behandlung und eine regelmäßige tiermedizinische Betreuung aus Gründen des Tierschutzes notwendig ist und der Plan den unterminierten Bereich des Wandhorns abzutragen, lehnte Frau ....... jede weitere Behandlung am Huf des Pferdes vorne rechts ab. Schlussbemerkung der Klinik: "Der Wallach ist am Vormittag des 4. 12. 2007 von Frau ....... abgeholt worden. Wir möchten noch einmal betonen, dass das Abholen auf ausdrücklichen Wunsch der Besitzerin und gegen unseren tierärztlichen Rat erfolgte. Frau ....... hat uns zugesagt, dass im weiteren Verlauf eine intensive, regelmäßige tiermedizinische und tierschutzrelevante Betreuung gewährleistet ist. Falls es Rückfragen gibt, können Sie sich gerne bei uns melden". Am 04. Dezember 2007 entschloss sich die Besitzerin ihr Pferd mit nach Hause zu nehmen. Dort verschlimmerte sich die Kronsaumentzündung trotz intensiver eigener und tierärztlicher Bemühungen bis zu dem Zustand, den die ersten Fotos am Beginn der Dokumentation zeigen. Unten: Am linken Oberarm sind die Spuren des Weideunfalls vom 14. August 2007 erkennbar. Die nahezu komplikationsfreie Wundheilung und das gute kosmetische Ergebnis, weisen auf sehr gelungene chirurgische Leistungen bei dieser nicht unerheblichen Verletzung hin. Adenbelastete auch deshalb, und, wie es trotz einer solchen Muskelverletzung völlig normal ist, sein verletztes linkes Bein im Stand ebenso wie das unversehrte rechte Bein. Trotzdem soll es nach Auffassung der behandelnden Klinik-TAin bereits nach 12 Tagen zu einer Belastungsrehe im rechten Huf gekommen sein? Fest steht indes, dass weder von mir noch vom involvierten TA Hufveränderungen erkannt wurden oder werden, die explizit auf eine zuvor erlittene Hufrehe hinweisen, und dass die eiternde Wunde oberhalb der Hufkrone nicht durch eine Rehe verursacht werden konnte, und als völlig atypisch als nachfolgendes Rehesymptom zu betrachten ist. Die Tatsache, dass bei einer Reheerkrankung zunächst der Hufbeinträger der vordersten Zehenwand betroffen wäre, bei Adenaber in erster Linie der Hufbeinträger der inneren Hufseitenwand betroffen ist, lässt die Diagnose einer vorliegenden Belastungsrehe weiterhin als zweifelhaft erscheinen. Auch die noch in der Klinik erlittene Vorwölbung der Hufsohle scheidet in diesem Fall insofern als Rehesymptom aus, als der Durchbruch mit einer "Innenrotation des Hufbeins" einherging. Diese Innenrotation ist aber zweifelsfrei durch den Kollaps des Hufbeinträgers und das seiliche Wegkippen der Innenwand zustande gekommen, wie auch die seitlich zur Innenwand verlagerte Sohlenwunde ausweist. Die Aufnahme der Hufsohle zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme in die Huf-Rehastation zeigt das sehr deutlich. Wenn aber keine Gründe für eine Rehe vorlagen und keine Symptome einer Rehe erkannt werden können, stellen sich zunächst Fragen nach den Ursachen, die zu dem Hufzustand führen konnten, mit welchem das Pferd nach 4 Monaten aus der tierärztlichen Klinik abgeholt werden musste. Daran anschließend stellen sich auch die Fragen, weshalb während dreieinhalb Monaten mit der offensichtlich unwirksamen Rehetherapie fortgefahren wurde, obwohl sich das Hufproblem längst verselbständigt hatte, und weshalb der offensichtlich kontraproduktive und ruinöse Beschlag trotzdem über mehrere Wochen am Huf verblieb, weshalb prinzipiell auf eine Differenzialdiagnostik verzichtet wurde. Statt dessen wurde das gesamte Reheprogramm abgespult, das Pferd, neben anderen, bei der Rehesymptomatik üblichen Medikamenten, auch mit dem bei der Rehe doch angeblich kontraindizierten Phenylbutation therapiert, der Huf mittels sogenannter "Reheverbände" und später durch den Beschlag hinten höher gestellt, "und klinisch und röntgenologisch diagnostisch begleitet". Als mögliche Ursache für die erste Schmerzsymptomatik kommt z. B. durchaus auch die oben beschriebene Hufkrebserkrankung eines Teils der Wandlederhaut in Betracht. Diese äußerst schmerzhafte Lederhautveränderung kann bereits bei der Einlieferung des Pferdes in die Pferdeklinik vorgelegen haben, bzw. ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Hufkrebs in dem hierfür zu kurzen Zeitraum von nur 12 Tagen entstehen konnte. Ungeklärt bleibt trotz dieser Theorie weiterhin, wie es zu dem umfangreichen Hautschaden oberhalb der seitlich abgekippten Hufwand kommen konnte.
Die folgenden Hufansichten wurden 3 Wochen nach der Hufwandresektion angefertigt. Besonders beeindruckend ist, welche ungeheuere Reparaturkraft die ehemals geschundenen Huflederhäute entwickeln, nachdem ihnen eine Chance hierfür gegeben wurde. Beachtenswert auf dieser Ansicht ist insbesondere das Ausmaß der abgeheilten und wieder verhornten Bereiche unterhalb des Fellansatzes, sowie der ergiebige Hornschub insgesamt.
Unten: Die seitliche Ansicht verdeutlicht den Heilungsverlaufs ab und oberhalb der Hufkrone. Der Umfang der Wunde ist 3 Wochen nach Entfernen des Hufwandsegmentes deutlich veringert. An der hellen Umrandung der Wunde im Bereich der ehemaligen Hufkrone ist das Ausmaß der Wiederverhornung deutlich erkennbar, die Wiederverhornung im Bereich der Trachtenwand und des angrenzenden Ballens ist sogar noch weiter vorangeschritten.
Unten: Diese leider unscharfe Ansicht vermittelt dennoch ein deutliches Bild von der Wiederverhornung des ehemals ebenfalls betroffenen Ballens sowie der Trachten- und Seitenwand. Die leichte Blutung ist eine kaum vermeidbare Eröffnung der Lederhaut aufgrund der zuvor durchgeführten gründlichen Wundtoilette und Wundrevision, sie ist aber bezüglich des weiteren Heilungsverlaufs ohne weitere Bedeutung.
Auch die Sohlenansicht vermittelt inzwischen einen wesentlich besseren Eindruck. Die ehemalige Sohlenwunde ist vollständig trocken und verhornt, die Hufsohle zeigt nach der Revision eine nahezu gleichmäßige Sohlenschüssel, beides sind die Grundvoraussetzungen, damit sie ihre vorübergehende Funktion als tragendes Element erfüllen kann. Während der weitaus größte Bereich der Wandlederhaut völlig trocken und bereits mit einer recht stabilen Hornschicht bedeckt ist, blutet der von Hufkrebs befallene Bereich nach der Wundrevision. Wie schon früher darauf hingewiesen wurde, ist hier der schwierigste Bereich im Bezug auf die Wiederherstellung der geschlossenen Hornkapsel zu sehen. Unten: Die sugsessive Wiederherstellung der Hufbalance im direkten Vergleich: Die obere Frontalansicht des Hufes ist vom 26. Januar 2008, dem Tag der Hufoperation, die untere Aufnahme wurde am 4. März, 5 Wochen nach der Hufoperation angefertigt. Hier möchte ich besonders auf die bereits erfolgte Ausrichtung des ehemals nach rechts abgedrifteten linken Hufwandanteils hinweisen. Inzwischen hat der Resthuf ungeachtet der fehlenden Innenwand eine weitaus günstigere Ausrichtung am Hufbein eingenommen. Eine solch zügige Wiederaussrichtung eines Resthufes kann nur durch den normaler werdenden Gebrauch der Gliedmaße zustande kommen. In dem Maße wie die von den größten Schmerzen befreite und allmählich abheilende rechte Hufhälfte wieder mit belastet wird, kann sich die unter der ehemals unphysiologischen Last abgedriftete linke Hufhäfte entspannen und ausrichten.
27.01.2008
20.02. 2008
04.03.2008
Oben: Bereits 5 Wochen nach Behandlungsbeginn kann eine grundsätzliche Normalisierung des Gesamtzustandes des Hufes präsentiert werden. Beachtenswert ist die Ausrichtung der ehemals von unten/links nach oben/rechts verzogenen Hufkrone. Wie besonders die umfangreiche Wiederverhornung der ehemals behaarten Haut sowie der Rückgang der ursprünglichen Schwellung im ehemaligen Wundbereich ausweisen, geht der Heilungsprozess zügig voran. Unten: Vor 5 Wochen war die gesamte Seitenwand hoch geschoben, inzwischen normalisierte sich, mit Ausnahme in der Trachte, der Verlauf der Hufkrone. Wie an dem spitzer werdenden Knick in der Zehenwand deutlich wird, hebelt der untere Bereich zunehmend in die Demarkationsfalte. Es handelt sich hierbei um einen unerwünschten und unvermeidbaren Vorgang, der aber in den nächsten Wochen zügig gestoppt und ausgeschaltet werden kann. Unten: Auch hier ist ein deutlicher Fortschritt des Heilvorgangs erkennbar, insbesondere die Wiederverhornung ab und oberhalb der Hufkrone schreitet zügig voran. 5 Wochen nach der Wandresektion sind auch erste Anzeichen erkennbar, dass die Kronlederhaut wieder regenerieren wird, ein Umstand der wesentlich entscheident ist für die völlige Wiederherstellung des Hufes.
Unten: Weitere 6 Wochen später ist der Wundbereich nahezu geschlossen und somit ein erstes Ziel erreicht.
18.04.2008 Unten: 13 Wochen nachdem die halbe Hufwand entfernt werden musste ist der Heilprozess insgesamt gut voran geschritten. Die von der ehemals gekippten Hufinnenwand zerquetschte Wandlederhaut ist größtenteils soweit trocken und stabil verhornt, dass die Korrektur des Resthufes zügiger voran schreiten kann. Von wesentlicher Bedeutung ist dabei neben der mediolateralen Steuerung des Resthufes, eine Entspannung in der dorsalen Hufkrone herzustellen. Wie die Vergleichsaufnahmen zeigen folgt der Huf den Bemühungen. Der diffus abgetrocknete und verhornte Bereich oberhalb und unterhalb der eigentlichen Hufkrone lässt zu diesem Zeitpunkt noch viele Fragen offen. 26.05.2008 Unten: Adens Huf knapp 4 Monate nach seiner Einlieferung in die Huf-Rehastation Oberscheidweiler. Damit ist Aden ebenso lange in meiner Behandlung, wie man zuvor für die Zerstörung seines Hufes benötigte.
Unten: Der Hufzustand weitere 8 Wochen später und fünfeinhalb Monate nach der Hufwandresektion. Deutlich erkennbar normalisiert sich die Hufform und das Hufhorn. Im Trachten- und Eckstrebenbereich hat die Reparaturwand bereits einen Tragrand mit Bodenkontakt hergestellt, und nach Lage der Dinge können wir davon ausgehen, dass diese erste wichtige Lastübertragung auf einen Teil der Hufwand, zügig in Richtung Zehe voran schreiten wird. Dennoch läuft Adennach wie vor überwiegend auf der Hufsohle, die in einer der Belastung entsprechenden Kondition gehalten werden muss, was aber die Wiederherstellung der korrekten Hufform etwas behindert. Wir sind aber zuversichtlich und hoffen, dass Aden nach weiteren 3 Monaten nach Hause entlassen werden kann.
Die Dokumentation wird fortgesetzt.
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