DIfHO | | Fallbeispiel Piroschka

Entstehung, Entwicklung, Zielsetzung
Startseite
Register Huforthopäden
Register Huforthopäden vor der Anerkennung

Das DIfHO

Das Team

Huforthopädie

Termine
Ausbildung
Fallbeispiele
 Das Leiden des braunen Wallachs Aires
 Hufzustände
 Fallbeispiel Piroschka
 Fallbeispiel Witjas
 Aden
 Hexanne
 Struppi
 Rehapatientin
 Tino
 Nataschka
 Wenke
 Doc
 Hufkrebs
 Hufkrebs II
 Ein Beispiel erfolgreicher interdisziplinärer Zusammenarbeit
 Traberstute "Deflorata"
 Stanley
 Jeronimo
 Traber
Kontakt
Links
Impressum

Huf-Rehastation

Nur am Rande

  DIFHO-Shop
  DIFHO-Forum
  Neuigkeiten

Technik:
Peernet.de

 

Der Fall "Piroschka"


Die Galopperstute "Piroschka" lief sehr verhalten und klamm. Der Hufschmied vertrat vehement die übliche Ansicht, daß sie ohne Eisen nicht laufen könne, da die Vorderhufe sonnst noch weiter nach vorne rauslaufen würden und weil die Trachten nicht hoch kämen.   

Eine Osteopathin machte darauf aufmerksam, daß es so nicht weiterginge, daß etwas passieren müsse und empfahl eine huforthopädische Behandlung. Die Rückenprobleme des Pferdes würden eindeutig aus den Beinen kommen.

Der Huforthopädin Adriane Georgi bot sich beim ersten Besuch folgendes Bild:


 

 

 Die Vorderhufe waren extremst nach vorne rausgelaufen, die in korrektem Zustand gerade ausgerichtete Huf-Fessel-Achse war aufs Äußerste nach hinten gebrochen. Dieser Zustand wurde noch durch die Beschläge verschlimmert: um den damit einhergehenden hohen Abrieb im Zehenbereich der Eisen entgegen zu wirken, wurden dort Widiastifte verwendet und ein kleiner Steg mit angeschweißt. Dadurch wurde die Zehe noch weiter angehoben und die Last zusätzlich auf den Trachtenbereich geschickt. Die Hornröhrchen der Trachten lagen beinahe vollständig auf dem Boden.   

Ein weiteres großes Problem, welches angeblich nur mit Eisen im Griff zu halten wäre, war der große, tiefe Riß in der Außenwand des rechten Hinterhufes:

 

  
Durch die Art des Beschlages mit zwei seitlichen Aufzügen und einer Platte, wurde der Trachtenbereich verstärkt in den Riss hineingedrückt und floh in die Lücke vor der Lastaufnahme. Sämtliche Versuche des Spezialbeschlages mit Platte, zusätzlichen Aufzügen und Kleben (Reste noch erkennbar) mussten sich letztendlich als hilflos erweisen. 

Nach dem die Huforthopädin die Eisen abnahm und die Hufe nach den Prinzipien Jochen Biernats bearbeitete, wandelte sich das Pferd innerhalb kürzester Zeit zum Positiven: sie läuft fröhlich und wie befreit über die Wiese und nimmt sogar endlich ein wenig zu.

Bereits nach zwei (!) Wochen hatte sich die Situation der Hufe enorm entspannt:

 

 

 


Die Huf - Fessel - Achse hat sich besser ausgerichtet, der gesamte Huf hat sich aufgerichtet, die Last wird nun auch im Zehenbereich wieder besser aufgenommen.

Am Hinterhuf arbeitet der rückwärtige, lose Teil nicht mehr in die Lücke rein, sondern beginnt bereits sich zum Boden auszurichten und Last aufzunehmen. 

Kleine Anekdote am Rande: Als dieser Schmied erfuhr, daß er dieses Pferd nicht mehr berarbeitet und die Eisen abgenommen wurden, begann er eine regelrechte Hetzkampagne gegen die Besitzerin zu initiieren. Diese gipfelte darin per SMS im Namen der Besitzerin den nächsten Bearbeitungstermin bei der Huforthopädin abzusagen. Zum Glück flog dieser kindische Schwindel auf und das Pferd wird weiterhin huforthopädisch betreut.

Nach ein paar Monaten lief "Piroschka" erstmals lahmfrei unter dem Sattel, hat aber noch einen langen Weg vor sich.